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Turek

Turek ist seiner Entstehung nach ein alter, bis in die graue Vorzeit zurückreichender Ort. Historisch belegt ist Turek erstmalig 1136. Im 14. Jahrhundert erhielt des wahrscheinlich die Stadtgerechtsame. 1406 ist hier unter den städtischen Würdenträgern neben dem Ratsherrn Paul Benko ein Schöffe Andreas Dornick (Döring), 1424 ein Ratsherr Pech, 1453 hat ein Stanislaus Furmann einen Rechtsstreit mit Johann Fasth; 1483 wird ein Gerber Nikolaus Hans unter den städtischen Amtspersonen genannt.
   Evangelisches Leben zog in Turek erst ein, als hier nach dem J.1820 allmählich Weber aus Sachsen, Schlesien und Westpreußen einwanderten. Zu gleicher Zeit kamen hierher deutsch – katholische Weber aus Böhmen, die 1828 mit ihren deutsch – evangelischen Berufsgenossen die noch gegenwärtig bestehende Weberzunft gründeten. Die ältesten evangelischen Einwanderer waren u.a.:

TurekJohann Bittner
Erdmann Bohle
Christian Gottlieb Müller
Gottlieb Riedel
Andreas Kummant
Ignatius Günther
Karl Fleischer
Johann Traugott Förster
Samuel David Radek
Johann Ulbrich
August Führig
Gottfried Ehrentraut
David Fibich
Gottfried Neumann
Johann Gottlieb Pech
Johann Drasche
Karl Engel
Gottfried Pippel
Johann Gotthelf Bursche aus Opach in Sachsen, Großvater des Gen.-Sup. Dr. J. Bursche väterlicherseits
Johann Gürtler
Eduard Marx
Karl Brückner
Ferdinand Holerung
Benjamin Müller -  Großvater des Gen.-Sup. Dr. J. Bursche mütterlicherseits.
Er war Drucker (Weber) und wohnte im Vorwerk Zabrodzie, 1 ½ km von Turek entfernt. Benjamin Müller erwarb später das Gut Miłaczew Gmina Skarzyn, wo er auch starb. Er ruht auf dem Tureker evangelischen Friedhof.
   Im J.1827 waren in Turek 72 evangelische Familien, 1832 aber schon 183 evangelische Familien ansässig. Da am Ort keine evangelische Gemeinde bestand, so bediente zunächst die Tureker Evangelischen Pastor Karl Gottlieb Bartsch aus Władysławów, das von Turek 9 km entfernt ist. Als Versammlungsraum benutzte man in der ersten Zeit ein Privatlokal, das nach einzelnen Angaben in der Kolska Str. lag. Das Mitglied des Kirchenkollegiums Johann Gottlieb Zeißig (†1834) leitete „bis dahin den Gesang beim Gottesdienste“. Später mieteten hier die Evangelischen bei Benjamin Müller, der an der Dobraer Str. Nr.57 ein Haus besaß (jetzt das vierte Haus links von der Uniejower Chaussee, Haus Nr.7), einen Raum zum Betsaal. Über die schwierigen kirchlichen Verhältnisse in Turek ließ sich das Kirchenkollegium in einem Bericht an das Generalkonsistorium vom 14.Januar 1839 dahin aus, dass „die Wohnungsmiete für das Bethaus seit drei Jahren nicht gezahlt, das Gehalt des Herrn Prediger seit sechs Jahren bei der Kirchenkasse im Rückstande ist, sogar der Kirchendiener nicht alles bekommen hat, was ihm zukommt“. Die Regierungskommission für innere und geistliche Angelegenheiten bestätigte zwar am 22.Juni 1827 (Nr.9929) mit einem Jahresetat von 1317 Zł. Turek als Filialgemeinde von Władysławów, doch erwies sich in der Zeitfolge diese Maßnahme als verfrüht. Immer wieder klagte Pastor Bartsch, das Filial sei mangelhaft organisiert, ja ein ganz unvollkommenes und lebensunfähiges Gebilde, das der Neugestaltung bedürfe. Die Regierungskommission ordnete daher am 2.Oktober 1835 an, dass „in Turek eine evangelische Kirche erbaut und die Parochie reguliert werden soll, damit die Gemeinde ihren eigenen Prediger und Seelsorger erhalte“. Eine gewisse Besserung trat hier insofern ein, als am 1.November 1835 die evangelische Schule, deren Lehrer Johann Gottlieb Moderau geworden war, eröffnet werden konnte. „Der Her Prediger (P. Bartsch) – so heißt es über Moderaus Berufung – forschte nach einem tüchtigen Kantor und fand solchen in dem damals als Lehrer in Koło angestellten Herrn Johann Moderau, den er auch aufforderte, das Kantoramt anzunehmen“. Bald darauf unternahmen die Kirchenvorsteher von Turek Schritte, um den Pfarrsitz von Władysławów nach Turek zu verlegen. Turek sollte demnach Pfarrgemeinde werden, dagegen Władysławów zu einem Filial herabsinken. Pastor Bartsch lehnte ganz entschieden diesen Plan ab, und zwar mit der Begründung, dass
1. die Parochie Władysławów zweimal so groß sei wie die Tureker;
2. schon „seit 50 Jahren reguliert sei“ und immer einen eigenen Pastor hatte;
3. dass die Gemeinde nicht nur eine Kirche, sondern auch ein eigenes Pfarrhaus besitze;
4. dass durch die Übertragung des Pfarrsitzes nach Turek die Władysławówer Gemeinde ihr Deputat vonseiten des Patrons verlieren werde.
   Pastor Bartschs Haltung entmutigte das Kirchenkollegium nicht. Im Gegenteil, Im J.1836 forderte es, Kantor Moderau in Turek solle die Standesamtsbücher führen. Pastor Bartsch widersetzte sich diesem Verlangen, was wiederum Zwistigkeiten verursachte. Im folgenden Jahr vermochte indes das Kirchenkollegium seinen Wunsch nach einem eigenen Standesamt zu verwirklichen. 1837 ist an Stelle der mehr formalen Einrichtung des Filials vom J.1827 die tatsächliche Begründung der Filialgemeinde Turek erfolgt.
   Die Spannung zwischen Pastor Bartsch und dem Kirchenvorstand hatte, wie dies übrigens das General-Konsistorium feststellte, ihren hauptsächlichen Grund darin, dass Pastor Bartsch rechtlichen und moralischen Schutz der Władysławówer Gemeinde angedeihen ließ, wobei er sich auch durch die unregelmäßige, oft erst nach Jahren getätigte Auszahlung seines Gehalts durch die Tureker Kirchenkasse verletzt fühlte. Er wünschte daher sehnlichst, dass „das Band zwischen ihm und der Gemeinde Turek aufgelöst werde“, welcher Wunsch auch von der Filialgemeinde geteilt wurde. Am 22.April 1844 bat das Kirchenkollegium das Generalkonsistorium, es möge das Filial mit seinen 450 evangelischen Familien in eine selbstständige Gemeinde mit eigenem Pastor umwandeln. Pastor Bartsch – so schrieb es – ist ein sehr würdiger und ehrenwerter Mann… Da er aber in seiner Parochie Władysławów zu viel Amtsgeschäfte hat, so… ist es nötig, dass wir einen jungen und tüchtigen Mann zum Pastor bekommen, der… ebenso auch den Bau einer Kirche und eines Pfarrhauses förderte“. Indessen trat ein Umstand ein, der die Verselbstständigung Tureks und die Berufung eines Pastors dringend erheischte. Am 3.August 1841 entließ das Konsistorium Pastor Dr. Schröder aus Stawiszyn wegen unerhörten persönlichen Verhaltens. Im darauffolgenden Jahr schloss sich Schröder der römisch – katholischen Kirche an. Die Zeremonie des feierlichen Übertritts fand in der St. Joseph Kirche zu Kalisch statt.
Turek   Es sollen dabei scharfe Worte gegen die evangelische Kirche gefallen sein. Auf Sup. Modls Vorstellungen hin protestierte gegen diese Verunglimpfung das Konsistorium bei der Regierungskommission, die ihrerseits den Bischof der kalisch – kujawischen Diözese um diesbezügliche Berichterstattung anging. Dieser erklärte, es seien keinerlei Schmähungen der evangelischen Kirche vorgekommen. 1844 wurde nun Schröder von seiner geistlichen Behörde nach Turek versetzt, wo er für die Deutsch – Katholiken deutsche Predigten hielt. Er ließ es dabei an Versuchen nicht fehlen, auch die evangelischen Deutschen zu seinen Gottesdiensten zu locken. Sup. Modl machte im Schreiben vom 13.Juni 1844 das Konsistorium auf diese Gefahr aufmerksam und bat um Beschleunigung der Wahl eines Pastors für Turek. Am 10.Juni ds. Jahres beklagte sich auch das Kirchenkollegium in einem Bericht an das Konsistorium, dass der kleine Betsaal „für eine so zahlreiche Gemeinde wie Turek jetzt… keinen Platz mehr hat“, so dass viele Evangelische die römisch – katholische Kirche in Turek besuchen und den Schröderschen Predigten beiwohnen. Das Kirchenkollegium gab daher seinen ernsten Befürchtung Ausdruck, dass, wenn Turek nicht bald einen ortsansässigen Pastor erhalte, man mit Übertritten zur katholischen Kirche rechnen müsse. Das Generalkonsistorium trug dem Rechnung und betraute am 10.Juli 1845 de aus Jenkendorf gebürtigen Płocker Hilfsprediger Pastor Wilhelm August Posselt mit der zeitweiligen Verwaltung der Gemeinde Turek. Diese wählte ihn aber schon am 21.Dezember ds. Jhrs. zu ihrem Seelsorger.
   1845 erwarb die Parochie von den Eheleuten Szczawinski ein gemauertes Haus (Nr.190) in der Koninerstr. – Ecke Pólko für 484 Rub. 50 Kop., in das der Betsaal samt der evangelischen Schule aus dem Benjamin Müller’schen Hause verlegt wurde. Zu diesem Kauf wendete die Gemeinde mit Einwilligung der Warschauer Gubernialregierung Geldmittel aus dem Kirchbaugrundstock. Die Regierungskommission bestätigte den Kaufvertrag am 6.Februar 1846.
   Seit dem J.1836 trafen die Evangelischen von Turek allmählich Anstalten zum Bau einer Kirche. Der Kostenanschlag vom 19.Dez. d.J. sah eine Bausumme von 29 204 Zł. 26 Gr. vor. Am 22.Nov. 1839 baten die Kirchenvorsteher Erdmann Bohle und Johann Gottlob Scharf die Regierungskommission… „um Beförderung des Baues einer evangelischen Kirche“. Mit dem Einsammeln von Spenden zum Kirchbau wurden außer dem Bürgermeister von Turek und dem Kirchenkollegium noch die Stadtbürger Benjamin Müller, Karl Tullmann, Heinrich Mentzel und Gottlob Neumann beauftragt. Mitglieder des Bauzuschusses waren:

Baumeister Lamprecht
Karl Deichsel
Johann Gürtler
Gottlob Neumann
Karl Fleischer
Johann Helmich
Friedrich Raffel

Doch erst seit 1849 gewann die Angelegenheit der Errichtung eines Gotteshauses immer mehr greifbare Gestalt. Am 12.Februar ds. Jhrs. kaufte die Gemeinde zum Bau der Kirche und des Pfarrhauses vom Tureker Magistrat drei Plätze (Nr.67, 68 und 69) in der Koninerstr. im Umfange von 7749 Quadratellen. Im Visitationsprotokoll vom 21.Juli 1850 schrieb Sup. Modl: „… Der Bau der Kirche, der schon begonnen ist, kann nicht weiter fortgesetzt werden, und dies deshalb, weil man keinen guten Baugrund finden kann“. Doch bald darauf konnte die Arbeit wieder tatkräftig aufgenommen und im nächstfolgenden Jahr weitergeführt werden, so dass bereits im Monat November 1851 der erste Gottesdienst in der neuen Kirche stattfand. kaum war aber das Gotteshaus (bes. innen) 1852 vollendet, da traf die Pfarrgemeinde ein schwerer Schlag: am 17.Juli 1852 starb Pastor Posselt im Alter von 36 Jahren an der Cholera.
Es starben damals (1852) in der Gemeinde 213 Personen, davon eine beträchtliche Anzahl an der Cholera.

   Sein Tod versetzte Kirchenkollegium und Gemeinde, in der er, wie die Akten bezeugen, segensreich gewirkt, in tiefer Trauer. Nach seinem Heimgang ernannte das Konsistorium zum zeitweiligen Verweser von Turek mit dem Wohnsitz dortselbst Pastor Franz Bartsch, vordem Vikar in Władysławów, der am 27.August ds. Jhrs. hier eintraf. Aber schon am 10. September ds. Jhrs. erhielt die Gemeinde und das Filial Koło einen neuen Ortsadministrator in der Person des in Krakau geborenen Pastors Karl Ludwig Teichmann, den sie am 24. Juli n.J. zu ihrem Seelsorger wählte.

Teichmann

Karl Ludwig Teichmann

 

 

 

   Da in Turek kein Pfarrhaus vorhanden war, so wohnten hier die Pastoren zur Miete, was aber allgemein als Notstand angesehen wurde. Bereits am 2.Dez. 1863 genehmigte die Regierungskommission den Plan und Kostenanschlag in Höhe von 4709 Rub. 11 Kop. zur Errichtung des Pfarrhauses und der dazu gehörigen Wirtschaftsgebäude. In den am 20.Aug. 1867 auf der Sitzung des Kirchenkollegiums gewählten Bauzuschuss wurden berufen:

Robert Scholtz  Präses, Gutsbesitzer von Kowale Pańskie
Eduard Ramser, Gutsbesitzer von Potworów
Michael Wein, Posthalter
Gottlob Neumann Fabrikant
August Schirmer
Heinrich Böttcher
Karl Deichsel

   1867 wurde der Bau des Pfarrhauses begonnen, bis unter das Dach gebracht und in den beiden nächsten Jahren fertiggestellt. Kurz nach Vollendung des Baues stürzte die Decke im Schulzimmer des von der Parochie käuflich erworbenen Hauses (Gemeindehauses) ein. Darum übertrug man die Schule von hier in das Pfarrhaus; desgleichen stellte man im Pastorat dem Lehrer und Kantor Wohnräume zur Verfügung. Im J.1880 brannte das Gemeindehaus teilweise nieder. Es wurde darauf wieder aufgebaut und da, da es vorhin nur ein Erdgeschoß hatte, auch aufgestockt.
   Aus Szadów, Chlebów, Pęcherzew und Kalinów zogen in den Jahren 1871/72 zahlreiche Kolonisten nach dem Cholmer Lande fort, wo sie gemeinsam mit Auswanderern aus den Gemeinden Konin und Babiak die Siedlungen Kol. Maszana und Piaski begründeten.
   Pastor Teichmann bereiste auch das Filial Koło und das oft vakante Kirchspiel Władysławów, wo er den Bau der beiden Kirchen vollführte. Er bekleidete das Amt des Superintendenten der Kalischer Diözese. Am 19.Juni 1890 ging er heim und wurde auf dem Tureker evangelischen Friedhof beigesetzt.
   Die in Krakau geborene hinterbliebene Witwe, Pastorin Pauline Cecilie Teichmann geb. Klein, verschied 1906 in Brzeziny und ruht auf dem dortigen evangelischen Friedhof. Am 15.Januar 1893 wählte die Gemeinde Pastor Adolf Karl Schroeter aus Prażuchy zum Ortspfarrer. 1895 fasste man den Plan, an der Kirche einen Turm aufzuführen, ohne jedoch diese Absicht zu verwirklichen. Am Rogate Sonntag 1898 hielt hier Pastor Schroeter den ersten Gottesdienst in polnischer Sprache. Zu seiner Zeit zeigte Gutsbesitzer Linke aus Korytków großes Verständnis für die Instandhaltung und Pflege des Tureker evangelischen Friedhofes. 1904 legte Pastor Schroeter sein Amt nieder und begab sich nach Warschau, wo er Religionslehrer wurde. Am 9.Oktober 1904 berief die Parochie Pastor Adolf Krempin aus Prażuchy zu ihrem Seelsorger, der Anfang 1905 seine neue Pfarrstelle antrat. Von Turek aus bereiste er zweimal monatlich Władysławów. In Privathäusern, u.a. bei den Familien Schindler und Weinknecht in Turek, sammelten sich desgleichen die Gläubigen zu religiösen Andachten. Als Stundenhalter tat sich hier der frühere Postbeamte Johannes Schulz aus Michalinów-Oleśnica (Pfarrgemeinde Zagórów) gebürtig, hervor. Als entschiedener Christ streute er in den Gemeinden Turek und Władysławów den Samen göttlichen Wortes eifrig aus. Besonders seine im Hause der Familie Julius Donath gehaltenen Kinderstunden waren von großem Segen. Schulz ist nach Jahren evangelischer Pastor geworden und wirkt zurzeit in Grevensmühlen (Mecklenburg). „Turek – so schrieb er an einen Kreis dortiger Evangelischer – ist bei mir stets in wacher Erinnerung… Dort begegnete mir der lebendige Christus. Dort liegt für mich der Anfang eines neuen Lebens aus Gott… Dort hat der damals 18-jährige Jüngling in einem schlichten Gemach des Postgebäudes einige Stunden betend über der Bibel verbracht und dabei die reichen Kräfte der Ewigkeit aufgenommen, so dass er jetzt noch als gereifter Mann und Diener der Gemeinde davon zehrt“.

turek3   Am 29., 30. und 31.Oktober 1907 visitierte Gen.-Sup. Bursche die Parochie. Er besuchte mit den Pastoren Krempin-Turek, Paszke-Koło und Gerhardt-Prażuchy auch das Kantorat Młyny Piekarskie, das damals 76 evangelische Wirte und mitsamt den landlosen evang. Dorfbewohnern etwa 90 evangelische Familien zählte. In der Kantoratsgemeinde waren damals Streitigkeiten ausgebrochen, die der frühere Kantor Hoffmann hervorgerufen hat. Als er entlassen wurde und hierauf nach Amerika auswanderte, kehrte wieder Ruhe ein. Der Visitator stattete auch dem Kantorat Czyste einen Besuch ab, wo in jenem Jahr ein massives Kantoratshaus für etwa 1000 Rub. erbaut wurde. Wie unerquicklich oft die Zusammenarbeit zwischen den Pastoren und Gemeindekantoren war, bezeugt das Visitationsprotokoll, wo es heißt: „Da er (Kantor Ziemer) durch seine Reden das Ansehen des Pastors untergräbt, dessen Autorität nicht anerkennt, dessen Forderungen nicht nachkommt, sich auch sonst ungehörig benimmt, so wird er darob vom Visitator zur Rede gestellt. Da auch dies nicht hilft, so beschließt das Kirchenkollegium, beim Konsistorium einzukommen: a) um sofortige Entlassung des Ziemer als Kantor, b) um Auswirkung der Ernennung eines andern Lehrers, der zugleich in rechtschaffender Weise Kantor sein könnte“. Noch in demselben Jahre wurde Kantor Ziemer seines Amtes enthoben. Über die Handhabung der Kirchenzucht in der Parochie berichtet weiter das erwähnte Protokoll: „Der Visitator weist Pastor und Kirchenkollegium darauf hin, dass öffentliche Sünder nicht zum Tisch des Herrn zugelassen werden dürfen“.
   Mitte Oktober 1911 verließ Pastor Krempin Turek, um sich in Lodz als Religionslehrer zu betätigen. Die vorläufige Verwaltung des Kirchspiels hatte Pastor Paszke aus Koło inne. Nachdem die Gemeinde Turek am 11.März 1913 Pastor Leo Sachs aus Stawiszyn gewählt hatte, wurde er am 27.April ds. Jhrs. vom Gen.-Sup. Bursche im Beisein der Pastoren Eduard Wende-Kalisch und Edmund Bursche-Łowicz in sein neues Amt eingeführt. Zur Erinnerung an das 400-jährige Reformationsjubiläum 1917 beschloss die Gemeindeverwaltung vom 29.Juni 1914, die Kirche nach den Plänen der Baumeister Wende und Klause aus Lodz für die Anschlagsumme von 11 000 Rub. umzubauen. 7200 Rub. sollte die Parochie durch Selbstbesteuerung aufbringen, 2000 Rub. wollte das Konsistorium bewilligen, der Rest sollte durch freiwillige Gaben gedeckt werden. Der Ausbruch des Weltkrieges im August 1914 machte diesen Plan zunichte.
   Am 20.Januar 1926 gründete Pastor Sachs den evangelischen Jugendverein Turek. Im gleichen Jahr bezog die Gemeinde von der Firma Schwabe-Biała zwei Glocken, deren Einweihung am 1.Osterfeiertag 1926 stattfand. Wenige Tage später beging Pastor Sachs sein 25-jähriges Amtsjubiläum. „Jugendverein, Kirchenchor, Kindergottesdienst, Konfirmandengruppe, Stadt- und Provinzialbehörden u.v.a. brachten ihre Glückwünsche in herzlicher Weise zum Ausdruck“. Da während des Weltkrieges unter den evangelischen Webern in Turek große Not herrschte, entschloss sich Pastor Sachs, in einem gemieteten, nur aus zwei Zimmern bestehenden Lokal ein Armenheim einzurichten. Inzwischen aber wuchs die Zahl der Armen, so dass dieser Umstand den Ortspastor bewog, ein Armenhaus zu erbauen. Die Tureker Stadtverwaltung kam der evangelischen Gemeinde bereitwillig entgegen, in dem sie ihr einen geeigneten Platz für nur 250 Zł. verkaufte. Der Kreis Sejmik gewährte zum Bau eine einmalige Beihilfe von 3000 Zł., „von der Voraussetzung ausgehend, dass in dem neuen Armenhause arme Evangelische aus dem ganzen Tureker Kreise Aufnahme finden werden“. Eine langfristige Amortisationsanleihe in Höhe von 10 000 Zł. wurde bei der Landwirtschaftsbank aufgenommen. Am 23.April 1928 fand die Grundsteinlegung des Armenhauses statt. Noch in demselben Jahr (am 25.November) vollzog Gen.-Sup. Bursche, in Gegenwart des Ortspastors und der Pastoren Ulbrich-Grodziec, Friedenberg-Prażuchy, Kersten-Stawiszyn sowie von Vertretern der Lokalbehörden, die Einweihung des fertigen Armenhauses. Zu diesem Bau steuerten nicht nur die Eingepfarrten bei, sondern auch ehem. Gemeindeglieder und auswärtige Glaubensgenossen, sogar aus Amerika.

Ulrich
 Oberst Ulrych

   Pastor Sachs tritt sehr warm für die Erhaltung des äußeren Besitzstandes der Parochie ein. Die Prozesse betr. Młyny Piekarskie (bei 5 Morgen Land und 2 Morgen Wiese) und Czyste (16 Morgen, davon 7 Morgen Brachland) wurden zugunsten der genannten Kantorate entschieden. Dagegen sind die Prozessverfahren wegen Sarbica (etwa 3 Morgen) und Kotwasice (1 ½ Morgen) zurzeit noch nicht abgeschlossen. Im Laufe des J.1937 soll das 100-jährige Gemeindejubiläum begangen werden. Aus der Tureker evangelischen Gemeinde stammen:

Ernst Wilhelm Bursche, Superintendent *09.Mai 1931
Oberst Julian Ulrych, Verkehrsminister
Gebr. Müller, Industrielle in Kalisch
Insp. Arndt, Vandsburger Mission 

Statistik

Gründungsjahr: 1837
Seelenzahl 1936: 3100
Kirchensprache: deutsch und polnisch

Am 3. Sonntag des Monats polnischer Gottesdienst. Pastor Karl Gottlieb Bartsch aus Władysławów hielt 4 mal jährlich ausschließlich in Turek Gottesdienst (Beginn um 10:00 vorm.), sodann noch 13 mal im Jahre Beginn im Sommer 10:30 vorm., im Winter etwa 11:00 vorm., vordem hatte er stets noch Gottesdienst in Władysławów), auch 7 mal Nachmittagsandachten ( im Sommer um 14:00, im Winter um 14:30). Öffentliche Kommunion wurde 17-mal jährlich gehalten. Pastor Posselt bereiste zweimal monatlich Koło. Seit Ende des J.1852 hielt der Tureker Pastor nur einmal im Monat Gottesdienst in Koło. 

Pastoren:

Christian Wilhelm August Posselt, 1845 – 1852
Geboren in Dohms bei Sagan am 14.Juni 1812; stud. theol. mutmaßlich in Breslau; Vikar in Płock 1845 und Pfarrer in Turek 1845 – 1852. Gestorben hier 1852 an der Cholera im Alter von 36 Jahren.

Karl Ludwig Teichmann, 1852 – 1890
In Krakau am 27.November 1826 als Sohn des späteren reformierten Sup. Friedrich Jakob Ludwig Teichmann in Warschau (* in Szczepanowice bei Krakau und Enkel des reform. Sup. Jakob Friedrich Teichmann; †1.Nov. 1805) geboren; stud. theol. in Dorpat 1847 – 1851 und ordin. am 8. Februar 1852. Vikar in Płock und Pfarrer in Turek 1852 – 1890. Sup. der Kalischer Diözese 1869 – 1890. Gest. am 19.Juni 1890 und auf dem evangelischen Friedhof in Turek bestattet. Verheiratet mit Pauline Cäcilie, geb. Klein (geb. am 22.Nov. 1837 in Krakau und gest. am 16.Nov. 1906 in Brzeziny bei Lodz).

Kinder:
1. Ludwig Joseph,  geb. und gest. 1862
2. Stefanie Hedwig, *1863 und +1865
3. Marie Amalie,  *25.Feb.1865
4. Eugenie Julie,  *6.Mai 1866 in Turek; +4.Aug.1904 in Brzeziny
5. Adam Jan  *14.Jan.1868 in Turek; +9.Jan.1895 in Warschau
6. Karoline Wilhelm. *2.Sep. 1869 in Turek; °°1891 mit Ludwig Christian Joseph Baron in Warschau
7. Pauline Emilie Auguste *in Turek; °° mit Pfarrer Leopold Wilhelm Wojak; +4.Apr.1929 in Tschenstochau
8. Martha Bertha  *18.Apr. 1871 in Turek; +21.Jan. 1919 in Lodz
Marie Amalie Teichmann war Oberin des Anna Marie Kinderkrankenhauses in Lodz, das Frau Mathilde von Herbst, geb. von Scheibler, in den Jahren 1903 – 1904 zur Erinnerung an ihre einzige an Scharlach verstorbene Tochter Anna Marie auf eigene Kosten erbauen ließ. „Ich habe beschlossen – sagte sie – für die Kinder unserer Stadt zu sorgen. Mit meiner Arbeit, meinen Kenntnissen und meinem Vermögen ihnen zu dienen. Ich werde für alle Kinder sorgen – für Deutsche, Polen und Juden. Sie alle sollen des Heilandes Liebe erfahren“. Frau von Herbst war mit Frl. Teichmann befreundet und berief sie zur Oberin. „Der Ruhm dieses Krankenhauses drang nicht nur nach Warschau, Wilna, Lemberg und Krakau, sondern auch nach Deutschland, Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich und Belgien“. Der Vetter von Sup. Teichmann in Turek war Ludwig Karl Teichmann (1823 – 1895), ein bekannter Prof. der Anatomie in Krakau (verh. seit 1862 mit Anna Loebenstein von Aigenhorst)

Adolf Karl Schroeter, 1893 – 1904
In Kalisch am 10.April 1857 als Sohn des Elementarlehrers Ernst Schroeter geboren; stud. theol. in Dorpat 1877 – 1883 und ordin. am 20.Mai 1883. Adm. In Sobiesenki 1884 – 1887, in Prażuchy 1887 – 1893 und Pfarrer in Turek 1893 – 1904. Darauf Wochenprediger und Religionslehrer in Warschau 1905 – 1914. Während des Ersten Weltkrieges nach Russland verschlagen, wo er in Moskau Direktor des polnischen Gymnasiums wurde. Gestorben dort am 3.Juni 1916. Seine irdischen Überreste brachte man nach dem Ersten Weltkrieg nach Warschau und bestattete sie am 4.Juni 1928 auf dem evangelischen Friedhof. Um die Überführung bemühte sich sehr aktiv Pfarrer Georg Kahane, ein Schüler des Dahingeschiedenen.

Adolf Krempin, 1905 – 1911
In Pęchratka, Kr. Ostrów, am 23. November 1864 als Sohn des Bauern August Krempin und Marie, geb. Möglich, geboren; stud. theol. in Dorpat 1884 – 1891 und ordin. 1891. Vikar an St. Trinitatis Lodz 1891 – 1894, Pfarrer in Prażuchy 1894 – 1905, in Turek 1905 – 1911, Religionslehrer in Lodz 1911 – 1923. Von Lodz aus verwaltete er seit 1919 Koło, wohin er im Jahre 1923 übersiedelte und am 11.März ds. Js. Installiert wurde. Hier bis 1936 und dann i.R. Gestorben am 25.März 1940 in Lodz und auf dem alten evang. Friedhof beerdigt. Verheiratet mit Anna Rondthaler, Tochter des Lodzer Pfarrers Rondthaler. Kinder: eine Tochter (Helene, verh. Zachert).

Leo Sachs, seit 1913
In Wierzbołowo am 27.Oktober 1877 als Sohn des Pfarrers Adolf Sachs und Auguste, geb. Arnold, geboren; stud. theol. in Dorpat und ordin. am 31.März 1901. Vikar in Tomaschow Maz. 1901-1902 und in Zgierz 1902-1904, wie auch hier Adm. 1904-1905. Pfarrer in Stawiszyn 1906-1913 und in Turek 1913-1939. Nach 1945 wieder in Turek. Gestorben hier am 23.Juni 1947. Verheiratet mit Sophie, geb. Bursche, Halbschwester des Bischofs Dr. Bursche. Kinder: Elisabeth, verh. mit Ing. Wiesław Schwender, z.Z. in England; Alfred, gefallen in Warschau 1939; Georg, Pfarrer in Kalisch; Marie, verh. mit einem gewissen Wegener, Bruder des verst. Pfarrers Wegener (Wojnowski). Pfarrer Leo Sachs setzte sich tatkräftig für das Eigentum der Kantorate in seiner Gemeinde ein. Er führte deswegen Prozesse und gewann sie für Młyny Piekarskie, Czyste und Sarbice.

Gemeindekantoren und Lehrer:
1835 - 1845: Johann Gottlieb Moderau
1845 - 1846: Karl Gassmann
1846 - 1859: Friedrich August Pletzke; ging als Deutschlehrer an die Sieradzer Kreisschule
1859 - 1883: Eduard Rasch
1883 - 1884: Ludwig Wolff
1884 - 1904: Robert Ulbrich
1904 - 1907: Emil Ziemer
1908 - 1913: Peter Michaelis
1913 - 1919: Michael Schmit; z.Zt. Direktor desLodzer deutschen Mädchengymnasiums
1919 - ........ Robert Ulbrich; (zum zweiten Male)

Küster:
seit 1930 Julius Emmerich

Kirchenkollegien:
1835: Christian Gottlieb Müller, Karl Fleischer, Gottlob Scharf, Samuel Stach
1843: Karl Brückner, Ludwig Ulrich, Gottlieb Neumann, Christoph Buchwitz, Johann Görke, Erdmann Breitkreuz, Christoph Reich
1864: Karl Brückner (geb. in Niederlinde), Gottlieb Neumann (geb. in Spitzkunersdorf/Sachsen), Friedrich Böttcher (geb. in Budewitz i. Pr.), Julius Linke (Gutsbesitzer in Korytków; geb. in Kalisch), Jakob Ziemer (geb. bei Sompolno), Karl Tullmann (geb. in Władysławów)
1935: Karl Opitz, Karl Donath, Stefan Opitz, Wilhelm Hein, Ewald Majewski, August Grams, David Herzog 

Kirchen:
Turek

Bethäuser:
Kotwasice, Wielopole, Czyste, Młyny und Sarbica

Kantorate:
(Dieselben, wo Bethäuser)
In Chlebów Gmina Pęcherzew, das von Turek 3,5 km entfernt ist, bestand früher auch ein Kantorat, welches aber infolge der Nähe der Kirche vor etwa 7-8 Jahren aufgelöst wurde. Die 2 Morgen Kantoratsland und Haus in Chlebów sind Eigentum der Pfarrgemeinde.

Friedhöfe:
Turek, Chlebów, Wielopole, Kotwasice, Młyny, Czyste, Sarbica, Kalinowa, Psoka, Dobra und Obrębizna. Der letztgenannte Friedhof wird nicht mehr genutzt.

Schulen:

1864:
Elementarschulen: Turek
Kantoratsschulen: Wielopole, Czyste, Kotwasice, Sarbica, Młyny Piekarskie

1936:
Turek: zwei 7-kl. gem. Schule, etwa 70 ev. Kinder; Lehrer Herbert Kintzel u. Frl. Schielke
   (seit Herbst 1926 ist keine Schulklasse mehr im Pfarrhaus untergebracht)
Młyny: etwa 60 ev. Kinder; Lehrer E. Friedrich
Czyste: etwa 30 ev. Kinder; Lehrer Otto Zutter
Wielopole: etwa 40 ev. Kinder; Lehrer Hermann Badke
Kotwasice: etwa 30 ev. Kinder; Lehrer Rudolf Kuske
Sarbica: etwa 25 ev. Kinder; Lehrer: Oskar Wendland; Kantor: Hermann Job
Psary: etwa 12 ev. Kinder; kath. Lehrer
Aleksandrów: etwa 16 ev. Kinder; kath. Lehrer

Vereine:
Kirchenchor:
Turek gegr.1860; 27 aktive; 20 passive Mitgl.
Leiter: Ortskantor Robert Ulbrich
Vorsitzender: Adolf Opitz
Anfänglich war hier ein Männerchor, der 1919 in einen gemischten Chor umgewandelt wurde.

Gesangchor:
Młyny: Leiter Kantor Friedrich
Kotwasice: Leiter Kantor Kuske

Posaunenchöre:
Turek: neu organisiert 1919
Młyny, Wielopole

Jugendvereine:
Turek: Deutsch-Evangelischer Jugendverein
1919: 25 Mitglieder
1935: 5 Mitglieder

Damenkomitee am Armenhaus:
Turek 1935: 10 Insassen; Wirtin war Fr. Gellert

Kirchliche Blätter:

1907:
Unsere Kirche: 25 Expl.
St. Petersburger Sonntagsblatt: 10 Expl.
Stadtmissionar: 12 Expl.
Zwiastum Ewang.: 8 Expl.

1935:
Friedensbote: 11 Expl.
Zwiastum Ewang.: 1 Expl.
Głos Ewangelicki: 3 Expl.
Kinderfreund: 3 Expl.

Sekten:
In Warynka und Żuki halten sich Pfingstler Versammlungen ab.

Wirtschaftliches:

Kirchenbeitragszahlende:
1837: 179
1935: 540 davon 140 in Turek

Etat 1935: 12 561 Zł.; davon 6100 Zł. Kirchenbeitrag
Kirchenbeitrag 1935: 60 Gr. vom Morgen
Größe 1935: 9000 Morgen (einschl. Gutsbesitzer)

Gehälter 1935:
Pastor: 450 Zł. monatlich
Kantor: 130 Zł. monatlich
Küster: 40 Zł. monatlich
Balgentreter: 40 Zł. monatlich
Totengräber: 40 Zł. monatlich

Soziale Gliederung

Gutsbesitzer: 7
Helene Daniszewska, geb. Karney-Słodków = 150 M.
Sophie Karney-Słodków = 150 M.
Eduard Linke-Korytków; (Frau u. Kinder Kath.) = 400 M.
Roman Schoepe-Żerniczki = 320 M.
Petzhold Słomów-Gorny = 133 M.
Ludwig Schweikert-Dobra = 435 M.
Georg Schweikert-Linne bei Dobra = 845 M.

Weberfamilien in Turek etwa 40
Landwirte: Rest

Eingepfarrte Ortschaften:

Stadt Turek
   Żdrójki (geh. zur Stadt)

Gmina Piekary, Kr. Turek:
   Stawki, Młyny, Witoldzin, Januszków, Łęg-Piekarski, Dąbrowice, Józefów, Kaczki, Mechniówka, Czyste, Zagaj, Rzechta, Bątków

Gmina Kościelna, Kr. Turek:
   Człopki, Ewinów, Wechcica

Stadt Dobra, Kr. Turek:

Gmina Piętno, Kr. Turek:
   Bugaj, Wielopole, Dziadowice, Bibijanna, Budy Słodkowskie, Słodków, Groblica, Obrzębin

Gmina Malanów, Kr. Turek:
   Zygmuntówek, Kotwasice, Zdżenice, Grąbków

Gmina Pęcherzew, Kr. Turek:
   Chlebów, Warynka, Pęcherzew, Korytków, śuki, Szadów, Obrębizna

Gmina Kowale Pańskie, Kr. Turek:
   Kaczki, Młodzianów

Gmina Skarzyn, Kr. Turek:
   Młyny, Miłaczewskie, Bielawki

Gmina Wichertów, Kr. Turek:
   Gajówka, Jeziorka, Józefina, Radyczyn, Aleksandrów, Wspólna, Olszówka, Smulsko, Gąsin

Gmina Brudzew, Kr. Koło:
   Kalinów, Krwony, Dzierzązna, Bugdałów, Józefów

Gmina Kożmin, Kr. Koło:
   Sarbica, Łęg Wielki, Poscka

Quellen:
Eduard Kneifel:

Die Kirchspiele der Diözese Kalisch
Die Pastoren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Stadt Turek

   
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